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Bratwurstkarikatur
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nter
Karikatur (von lat.: carrus = Karren, also: Überladung, und ital.:
caricare = überladen, übertreiben) versteht man die komisch
überzeichnete Darstellung von Menschen oder gesellschaftlichen
Zuständen, häufig mit politischer Tendenz. Die Zeichner von
(bildlichen) Karikaturen nennt man Karikaturisten, das Zeichnen
karikieren.
(Quelle WIKIPEDIA)
Auch die Bratwurst ist häufig Objekt der satirischen
Betrachtung. An dieser Stelle möchten wir Ihnen einige Beispiele
vorstellen. |

Klaus-Dieter Hornig (Erfurt) |
Wolfgang Schlegel

Wohnort: Döschnitz (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt)
Karikaturist, Cartoonist und Maler
Preisträger internationaler Karikaturenausstellungen
(Istanbul, Haifa, Gabrowo, Lübben, Brno)



Gottfried Langelotz (Erfurt)

"... nach Museum Bratenwurst in
Holzenhaus, du mußt gehen immer geradeaus und dann biegen ein!"
Karikatur von Gottfried Langelotz überreicht zum Museumsfest
Monika Sim

Wohnort:
Friedrichstadt, (Schleswig-Holstein)
Designerin, Illustratorin und Autorin
http://wurstologie.simcreations.de
http://brandu.simcreations.de

Ein
Interview mit einer echten Thüringer Rostbratwurst
Einen Stammbaum von über 600 Jahren hat die Thüringer Rostbratwurst. Schon
damals liebte sie bestimmt einen Aufenthalt auf Holzkohlenfeuer um so richtig
schön lecker braun zu werden, wie auch heute noch. Auf die urkundliche
Ersterwähnung ihrer Urahnin im Kloster Anno Wurstus 1404 ist die Thüringer Wurst
genauso stolz wie die Thüringer selber.
Ich beschloss einige dieser Würste, die wohl nicht umsonst von vielen die
“Königin der Bratwürste” genannt werden, zu interviewen.
Ich traf eine kleine Familie Würste an ihrem bevorzugten Aufenthaltsort, dem
Holzkohlengrill. Sie waren gerade dabei, sich noch einmal umzudrehen um überall
ganz köstlich braun zu werden, bevor sie sich in die bereitgelegten Brötchen
kuscheln konnten und sich eine Senfpackung genehmigen konnten.
“Eine Echte Thüringer Rostbratwurst besteht auf mindestens 51% thüringischen
Produkten in ihrem Bauch, sonst ist sie nur eine “Bratwurst nach Thüringer
Art”.” erklärte mir die erste wie aus der Pistole geschossen. Natürlich war sie
stolz auf ihre lokale Bedeutung und ihre lokalen Gene.
“Wie ist denn das mit den Gewürzen in euch? Ihr riecht doch so lecker!” fragte
ich weiter.
“Hilf mir mal beim Umdrehen!” sagte sie ablenkend. Hmmm… ich drehte und wartete,
doch sie schwieg. “Und die Gewürze?” hakte ich nach.
“Unsere Gewürzgene, darüber reden wir nicht. Kann ja jeder kommen.” murmelte
sie. Auch die Wurstologie konnte sie nicht richtig locken, aber sie drucksten
nun etwas mehr herum… aber ihr thüringischer Akzent war nicht leicht für mich zu
verstehen. Sie versuchte, mich abzulenken, indem sie anfing, unnachahmlich zu
duften. Ich liess nicht locker: “Was macht euch denn nun alles so lecker?” Mein
Magen fing an zu knurren.
Sie murmelte etwas wie “Knoblauch, Majoran” und vielleicht noch “Kümmel”. Sie
hüpften vom Grill auf die Brötchen und wechselten das Thema, sie redeten lieber
über ihren Spezialsenf, mit dem sie sich gerne parfümieren.
“Gib mir mal einen Löffel davon.” ich wollte noch etwas weiter nach den
heimlichen Gewürzen bohren und überlegte wie. Dies schienen die cleveren
Würstchen zu merken, schließlich waren sie ja Qualitätswürste, die sich nicht so
leicht etwas vormachen lassen. Sie schwiegen und dufteten…
Um weiter vom Thema der geheimen Wurstgenetik abzulenken, holte eine Thüringer
Rostbratwurst die Familienfotos heraus: “Sieh mal, wir haben Verwandte in
Portugal, am Ende der Welt, kurz von Amerika!” Ich war baff und ignorierte
Portugal als Ende der Welt und Amerika als noch dahinter und sah mir die Bilder
von fröhlichen Thüringer Würsten im sonnigen Portugal am südwestlichsten Punkt
Europas, dem Cabo de São Vicente.
Noch war ich nicht aus dem Staunen raus, da kam eine andere Thüringer Bratwurst
mit weiteren Fotos, diesmal aus Vietnam. “Auch dort gibt es eine Kolonie
Thüringer Rostbratwürste, sie vermehrt sich ständig!! ” sprudelte die kleine
Thüringer neben mir. Fast wäre ihr vor Begeisterung der Senf vom braunen
Köpfchen geklatscht.
Leider konnte sie mir nicht sagen, ob die Vietnamesen ihre Kollegen mit Stäbchen
essen… aber sie erzählte mir, dass die Thüringer in Thüringen natürlich nicht
Thüringer genannt werden, sondern in Ostthüringen Roster und ansonsten eben
Bratwurst.
Also, ich konnte leider nicht mehr von den Würsten erfahren, denn sobald sie in
ihrem Brötchen gelandet waren, kamen hungrige Passanten und verspeisten meine
Interviewpartner… so ist das, wenn man mit Würsten redet.
Das letzte was sie mir hinterherrief war: “Über uns gibt’s sogar ein Museum!!
Ist das nicht Klasse??”
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