17.09.2010
Bratwurstgipfel

Bratwurstkönig verlas Regierungserklärung und heizte Lokalpolitikern ein / Übergabe Bratwurstskulptur

Wenn wichtige Persönlichkeiten der Politik zusammenkommen, nennt man das einen Gipfel. So gibt es den Klimagipfel, einen Finanzgipfel − und nun auch den Bratwurstgipfel.

Von Moritz Peters

Da steht er nun, der neue Thüringer Bratwurstkönig Rudi I., der vor dem äquivalenten Museum in Holzhausen und begrüßt die angereisten Politiker. Rudi Butkus aus Suhl ist vom kleinen Grillzwerg zu einer Thüringer Majestät herangewachsen. Die Krönung fand am 6. Juni in Suhl statt. Das Team der Grillzwerge konnte sich gegen die feurige Konkurrenz durchsetzen. Seitdem analysiert er die Lage im Grillerland, um nun seine Ergebnisse in Form einer Regierungserklärung vorzustellen, die er gestern Landrat Benno Kaufhold und dem Suhler Bürgermeister Jens Triebel beim Bratwurstgipfel vortrug.


Und was er verlas, das hatte es in sich: Die Würde der schönen Thüringer Bratwurst ist unantastbar und sie muss auf einem Holzkohlegrill zubereitet werden. Wer dies missachtet, riskiert partiellen Bratwurstentzug für unbestimmte Zeit, sagte der König mit einem großen Augenzwinkern.


Keinen Bratwurstentzug wird es bei der 5. Bratwurstiade in Holzhausen geben, die der König höchstpersönlich eröffnen wird. Unter dem Motto „Der Graf von Gleichen“ werden sportliche Wettkämpfe der besonderen Art ausgefochten. Acht Teams haben sich bereits angemeldet. Darunter hat sich auch ein Team aus Österreich angekündigt, sowie eine Mannschaft um den zweifachen Bob-Olympiasieger Wolfgang Hoppe. Ob er auch bei der Bratwurstiade Gold holen wird bleibt offen, denn noch gibt es keinen Bewerbungsschluss für die Mannschaften, weitere Teams werden gesucht.


Und wie es sich für einen richtigen König gehört, macht man ihm auch Geschenke. So fertigte Metallgestalter Olaf Rühle die erste Bratwurstskulptur für das Museum an und legte damit den Grundstock für einen ganzen Skulpturenpark. Denn damit sie nicht so einsam ist, rief der König die Losung aus, dass jeder Kreative im Land seinen Beitrag für die Bratwurst leisten und eigene Skulpturen rund um das leckerste Kulturgut Thüringens anfertigen soll. Ein weiteres Geschenk machte die Agrargenossenschaft Bösleben und brachte dem Verein „Freunde der Thüringer Bratwurst“ einen seltenen Brätmischer mit.
Zum Abschluss wurden noch die Träume von so manchem Wähler wahr, denn der Bratwurstkönig heizte den Lokalpolitikern ordentlich ein. Unter der Anleitung von Rudi I. grillten Landrat Kaufhold und Suhls Oberbürgermeister Triebel gemeinsam Thüringer Bratwürste. Die Bratwurstmajestät schaute dabei sehr genau hin und konnte am Ende beiden Politikern „gute Grillkenntnisse“ bescheinigen. Diese habe er sich daheim angeeignet, ließ denn auch das Kreisoberhaupt gut gelaunt vernehmen − bei Gartenfesten legt er die Grillzange nicht aus der Hand. So viel Einsatz ließ sich nur noch mit einen Beitritt zu den Bratwurstfreunden krönen − noch gestern unterzeichnete Kaufhold den Aufnahmeantrag und ist nun ordentliches Vereinsmitglied. Und dann endlich wurde herzhaft zugebissen. Die Würste waren ein Gedicht.
Bon Appetit!