06. - 14.03.2009
Thüringenausstellung und Wursttag

Presseinformation des Landesinnungsverbandes des Fleischerhandwerks Thüringen e.V. zum „14. Tag der Thüringer Wurstspezialitäten“

 „Bestes aus der Region für die Region“ – unter diesem Motto stand der nun bereits „14. Tag der Thüringer Wurstspezialitäten“.

r fand wieder während der Thüringen-Ausstellung auf dem Erfurter Messegelände am 10. März statt. Diese Veranstaltung sollte einmal mehr zum Ausdruck bringen, dass in unserem schönen Thüringen eine liebliche Landschaft eng mit den in ihr produzierten Erzeugnissen verbunden ist.

Die Herstellung von Wurst- und Fleischwarenspezialitäten hat in Thüringen eine lange und einmalige Tradition. Vor gut 600 Jahren wird erstmals die Bratwurst urkundlich erwähnt. Dass aber an diesem „Wursttag“ nicht nur Bratwurst zur Begutachtung vorgelegt wurde, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher Wurst- und Fleischwarenspezialitäten, ist ein Zeichen der Entwicklung, die die Herstellung von Thüringer Wurstwaren bis in die heutige Zeit durchlaufen hat. Das wurde auch bewiesen durch die hohe Beteiligungsquote sowohl der handwerklichen Fleischereien und der industriellen Fleischwarenbranche am Wettbewerb. Durch moderne Fertigungstechnologien und ein ansprechendes Outfit hat die Thüringer Wurst nichts an Popularität eingebüßt. Das Gegenteil ist eher der Fall. Durch den EU-weiten geografischen Schutz sind die Thüringer Produkte gegen billige Nachahmer gesichert.

 

Dr. Schubert (HTW), Landwirtschaftsminister Reinholz und Bernd Knierenschild

Wieder großes Interesse bestand in diesem Jahr am zum fünften Mal ausgelobten Sonderpokal für die Betriebe, die mindestens drei Ihrer geografisch geschützten Produkte (Thüringer Rostbratwurst, Thüringer Leberwurst, Thüringer Rotwurst, Greußener Salami) dem strengen Urteil der Juroren unterwarfen. Die Thüringer Innungsfleischer setzen sich ja bekanntermaßen seit jeher für die Erhaltung der Wursttraditionen in der Region ein.

 Das bewog den Landesinnungsverband, der übrigens auch Mitglied im Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V., dem „Gralshüter“ der oben genannten Markenartikel, ist, für diese Traditionsprodukte den Sonderwettbewerb auszuschreiben. Auf Resonanz trifft er in allen Bereichen unserer Thüringer Wurstlandschaft – es lagen Anmeldungen sowohl von Direktvermarktern, von Fleischerhandwerksbetrieben als auch von Unternehmen der Industrie vor. Die Sieger empfingen den Pokal zur Eröffnung der Grillsaison am 20. März 2010, einer Veranstaltung des Herkunftsverbandes Thüringer und Eichsfelder Wurst und Fleisch e.V. mit vielen (nicht nur kulinarischen) Höhepunkten, auf dem Erfurter Domplatz.

 Eine besondere Augenweide war auch die Präsentation der Meisterschaustücke. 12 Absolventen unserer 1. Thüringer Meisterschule des Fleischerhandwerks gestalteten mit viel Akribie und Mühe Schautische zu selbst gewählten Themen mit selbst hergestellten Produkten. Zu sehen gab es die Kunstwerke im Foyer zur Halle 1.

Thomas Mäuer am Vereinsstand

 Zum wiederholten Male stellten sich auch Auszubildende Thüringer Berufsschulen einem speziellen Wettbewerb. Sowohl angehende Fleischerei-Fachverkäufer/innen als auch zukünftige Fleischergesellen/innen nutzen hier die Chance, ihr Können unter Beweis zu stellen und einer breiten Öffentlichkeit zu demonstrieren. Jeweils in zwei Kategorien wurde der Wettbewerb ausgetragen. Die Verkaufslehrlinge fertigten eine Geschenkidee an, und als zweites galt es, eine Platte bzw. Kanapees herzustellen und zu präsentieren. Die Fleischerlehrlinge bewiesen ihre Fertigkeiten in der Herstellung eines Rollbratens aus Rindfleisch und fertigten Fleischspieße an oder legten eine Aufschnittplatte, alles ebenfalls Arbeiten, die viel Fingerspitzengefühl erfordern. Damit sollten den Besuchern auch Anregungen weitergegeben und nicht zuletzt Einblick in das vielseitige Tätigkeitsfeld einer Fleischerei-Fachverkäuferin und eines Fleischergesellen geboten werden.

 Kompetenz und Fachverstand kann man auch den Sachverständigen des Wurst- und Spezialitätenwettbewerbes zusprechen. Erfahrene Tierärzte, Hygieneinspektoren, Fleischermeister und auch Verbraucher bildeten hier ein ausgewogenes Gremium, um ein unbestechliches und objektives Urteil über jede der zahlreichen eingesandten Proben abgeben zu können. Die Erzeugnisse wurden nach einem genau vorgegebenen Qualitätsschlüssel bewertet. Die mit den höchsten Punktzahlen ausgestatteten Produkte werden dann prämiert. Urkunden und Medaillen winken auch hier den Besten. Als prominentester Verbraucher und Juror fungierte der Minister für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz, Herr Jürgen Reinholz.

 Natürlich durfte zu solch einem Tag auch unsere Thüringer Wurstkönigin nicht fehlen. Frau Annett Schlenstedt aus Gotha, die im letzten Jahr an gleicher Stelle gekrönt wurde und das Amt für zwei Jahre innehat, war bei den Rundgängen und Ehrungen ebenso präsent wie unser Landesinnungsmeister, Herr Peter Greiner aus Meiningen.

Nicht fehlen durfte in der Präsentation auch das einzigartige Erste Deutsche Bratwurstmuseum, das im thüringischen Holzhausen beheimatet ist. Mit viel Liebe und Ideenreichtum bot der Freundeskreis der Thüringer Bratwurst viel Wissenswertes rund um die Königin der (Thüringer) Würste in Historie und Histörchen dar.

 Für unsere Besucher stand selbstverständlich wieder ein „Schnuppertisch“ parat, an dem die Möglichkeit bestand, durch kleine Appetitshäppchen den eigenen Gaumen von der hohen Qualität und der Vielfalt der Geschmacksnuancen der hier verkosteten Erzeugnisse zu überzeugen. Hier konnten die Besucher auch selbst kritisch testen.

 Und nicht zuletzt sollten an diesem Tage sozial benachteiligte Menschen auch von unserer Veranstaltung profitieren. Daher stellte unser Verband wie auch in den zurückliegenden Jahren ungeöffnete Zweitproben einer karitativen Einrichtung zur Verfügung.

 Die Thüringer Handwerksbetriebe und die Betriebe der Thüringer Wurstwarenindustrie sind stolz auf die lange Tradition und hohe Fertigkeit in der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren, so dass man mit Fug und Recht sagen kann, die Moderne schließt die Tradition in keiner Weise aus, sondern ist mit ihr eine gute Symbiose eingegangen, die nach wie vor das Wurstessen zum Genuss werden lässt. Wichtig ist dabei auch die Qualität des Ausgangsmaterials. Daher haben unsere Fleischermeister seit jeher den Kontakt zum heimischen landwirtschaftlichen Produzenten gesucht – denn auch hier gilt das Motto „Bestes aus der Region für die Region“. Dass sich diese Liaison lohnt, dafür spricht die Berühmtheit unserer Fleisch- und Wurstspezialitäten weit über die Landesgrenzen Thüringens und auch Deutschlands hinaus. Unser Bestreben ist es, diesem Anspruch auch in Zukunft Rechnung zu tragen. Wichtig ist uns dabei, das Vertrauen unserer Kunden mit gleich bleibender Spitzenqualität zu behalten. Dazu gehört für uns auch, die Besucher hier an einem solchen Tage einmal ein wenig „hinter die Kulissen“ schauen zu lassen und ihnen zu zeigen, dass wir mit großem Stolz, aber dennoch nicht unkritisch auf unsere Produkte schauen.

 Das grüne Herz Deutschlandes, das auch Bestandteil unseres Verbandslogos ist, zeigt sich daher heute nicht nur von seiner „landschaftlich grünen“, sondern auch von seiner kulinarischen Seite. Und nicht umsonst sagt man, dass Liebe durch den Magen geht. Dafür möchte der Landesinnungsverband des Fleischerhandwerks Thüringen mit seinen angeschlossenen Betrieben werben. Erkennbar sind diese Betriebe für den Verbraucher nach außen hin durch die rote „F-Marke“ sowie das Verbandslogo, das grüne Herz mit dem weißen Lamm mit Fahne.