
Bratwurstfeuer für die Rostkultur entzündet
Holzhausen. (tlz) Die olympische Flamme von Vancouver ist zwar erloschen, aber
das Bratwurstfeuer in Thüringen schon mal entzündet. Mit königlichem Beistand
setzten die Freunde der Thüringer Bratwurst gestern am Deutschen Bratwurstmuseum
in der Wachsenburggemeinde Holzhausen ein Zeichen, heizten den Rost an und
stimmten so ein auf den offiziellen Start der Grillsaison im Freistaat am 20.
März. Auf dem Erfurter Domplatz soll dann mit der Devise "Thüringen glüht auf"
beim riesigen Spektakel der "Rostkultur 2010" mit tausenden Besuchern die
Brätel-Saison eingeläutet - pardon - angefacht werden. Mit einer
Prominenten-Staffel wird das Bratwurstfeuer dafür von Holzhausen aus über
Arnstadt zur "Rostkultur" auf den Erfurter Domplatz gebracht. Die Veranstaltung
soll neben den 15. Deutschen Grillmeisterschaften, die Mitte Mai in Gotha
zelebriert werden, das größte Grill-Großereignis werden.
In der "Bratwurstmetropole" in Holzhausen, dem Deutschen Bratwurstmuseum, gaben
gestern Horst Schubert vom Herkunftsverband Thüringer und Eichsfelder Wurst und
Fleisch, Steffi Rudelt (Thüringer Landwirtschaftsministerium) und Thomas Mäuer
vom Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst einen Vorgeschmack auf die
"Rostkultur 2010". Annett Schlenstedt, die amtierende Wurstkönigin im Freistaat,
und Thüringens Bratwurstkönig Andreas Henning freuen sich schon auf den
gemeinsamen "Rostbratwurstanbiss" mit viel Prominenz. Zahlreiche
Feinschmecker-Hoheiten aus ganz Deutschland werden dann in der Landeshauptstadt
und in Holzhausen zu einem "kulinarischen Königinnen-Kongress" erwartet.
Grund zum Feiern haben vor allem die Hersteller der inzwischen vier europaweit
geschützten Thüringer Wurstspezialitäten. Allein bei der Bratwurst erreichte die
Thüringer Fleischbranche durch den Eintrag in das Brüsseler Schutzverzeichnis
ein Produktionsanstieg auf das 2,4-fache. 36 000 Tonnen Bratwurst umfasst
mittlerweile die Thüringer Produktion - aneinandergereiht reicht diese Menge für
72 000 Kilometer, also 1,8 Mal um den Globus.
Vielleicht gelingt den Thüringern ja nach Rostbratwurst, Leber- und Rotwurst
sowie Greußener Salami bald mit dem Eichsfelder Feldgiecker ein weiterer
EU-Schutzeintrag. Die Spezialitäten sollen jedenfalls bei der "Rostkultur 2010"
buchstäblich in aller Munde sein. Dazu gibt es in Erfurt reichlich Unterhaltung
mit viel Musik und Gewinnspiele für die ganze Familie. Und am Museum in
Holzhausen locken in der neuen "Bratwurst-Wörld" Attraktionen wie die größte
begehbare Bratwurst der Welt.
02.03.2010 Von Dieter Lücke (TLZ)
