er
hätte das gedacht? Diese Frage ist am Wochenende wohl am häufigsten
ausgesprochen worden: Der Königinnentag in Heiligenstadt sorgte für
Begeisterung.
Wer hätte gedacht, dass 20 Jahre nach der Einheit hunderte Königinnen aus allen
Teilen Deutschlands sich ein Stelldichein im Eichsfeld geben, Heiligenstadt eine
Großveranstaltung mit solchem Ausmaß schultert, Thüringens Ministerpräsidentin
Christine Lieberknecht in selten erlebtem Überschwang auf einer Eichsfelder
Bühne die Eichsfelder und tausende Gäste begeistert? Es mag einige geben, die
das dachten, einige, die es sich wünschten, und doch hatte der Königinnentag im
Vorfeld auch Kritiker, die sich am Wochenende verstummt waren.

Melanie Martin ist begeistert. Ein bisschen Nervosität kommt auf, als sie im
Storm-Museum der Thüringer Ministerpräsidentin ein Gastgeschenk überreichen
will. Die Weinkönigin aus Hitzacker an der Elbe spricht danach angetan von der
Begegnung, sie stellt die Herzlichkeit in den Vordergrund und nennt
Heiligenstadt "eine tolle Stadt".

Thüringen, das Eichsfeld, Heiligenstadt die Plattform, die die Königinnen bei
ihrem vierten gesamtdeutschen Treffen erhalten haben, lässt den Chef der
Arbeitsgemeinschaft Deutsche Königinnen, Matthias Roeper, frohlocken:
"Heiligenstadt, eine wunderbare Gastgeberstadt." Der Satz kommt von Herzen. Er
stellt vor allem das Engagement von Tourismus-Chef Gerhard Stiz heraus, will das
aber als Kompliment für das gesamte Team, das sich um die Organisation gekümmert
hat, verstanden wissen. Allerdings werde der nächste Königinnentag 2013 wohl
nicht wieder in Heiligenstadt stattfinden. Vielleicht in Witzenhausen, wo er
seinen Ursprung hat. "Oder immer in einem anderen Bundesland", sagt Roeper. So
könne man noch deutlicher zeigen, dass Deutschland aus Regionen, nicht aus der
Ost-West-Grenze bestehe.

Nach einem prall gefüllten Rahmenprogramm am Samstag mit Vorstellung der
Königinnen, Autogrammstunde, Feier und Feuerwerk sowie einem nicht minder dicht
gedrängten Kalender am Sonntag mit Königinnenbild auf der Drehleiter der
Feuerwehr, einem Festumzug, bei dem so manche Nummer nicht zur erwarteten
Königin passte, und den Vorstellungen der einzelnen Hoheiten ist eins klar: Der
Königinnentag wird für Heiligenstadt vorerst ein einmaliges Erlebnis bleiben für
viele Gäste und Hoheiten aber ein unvergessliches. Denn es ist der Königinnentag
der deutschen Einheit und die sei, so sagt es Ministerpräsidentin Lieberknecht,
in ihrer schönsten Gestalt aufgetreten in Form von würdevollem, einladendem Adel
in seiner ganzen Schönheit.

Die beeindruckte auch Landrat Werner Henning, der von einer begeisternden
Lebensfreude sprach, die die Hoheiten ausstrahlen und in dem Zusammenhang von
einem manchmal konservativen Eichsfeld. Und beides passt zusammen, Heiligenstadt
darf sich für ein Wochenende Mittelpunkt der Deutschen Königinnenlandschaft
nennen. Denn 234 haben den Weg in die Metropole des Eichsfeldes gefunden einige
von ihnen hatten zuvor noch nie etwas von der Region, der Stadt gehört. Das hat
sich beeindruckend geändert.
Fabian Klaus / 21.06.10 / TLZ
Auch die Freunde der Thüringer Bratwurst
waren das gesamte Wochenende mit ihrem Vereinsstand präsent.