Gothaer Innung des Fleischerhandwerks
fördert das Bratwurstmuseum Holzhausen
Gestern löste die Innung des Gothaer Fleischerhandwerks ein Versprechen ein.
Gegeben hatte es Obermeister Hartmut Kallensee zum 1. Internationalen
Zervelatmarkt im Herbst vergangenen Jahres in Gotha. "Wir werden Mitglied bei
euch", hatte er den Gästen vom 1. Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen
versprochen. Immerhin hatten dessen Mitglieder am Gelingen des Wurstmarktes
großen Anteil.
Text und Fotos von Klaus-Dieter Simmen
eben der Thüringer Landesinnung und der Fleischerinnung Schwandorf aus Bayern
sind die Gothaer die ritte Innung des Fleischhandwerks im Verein der Freunde der
Thüringer Bratwurst. Das freut den stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Mäuer
ganz besonders. "Wir finden es gut, wenn die Fleischermeister unser Anliegen
unterstützen, Kultur und Tradition der Bratwurst zu erhalten. Schließlich sind
sie es, die mit ihrer handwerklichen Produktion für den guten Ruf des Produktes
sorgen."
Das sieht Innungsobermeister Hartmut Kallensee nicht anders. Und er regte gleich
an, dass vom Bratwurstmuseum in Holzhausen ausgehend, ein weiterer
Qualitätswettbewerb in Sachen Thüringer Leibspeise gestartet wird. "Ich denke
mir, dass neben den üblichen Kriterien wie Länge, Gewicht und Fettanteil
besonderer Augenmerk auf den Geschmack gelegt werden sollte." Kallensee stellt
sich eine freiwillige Prüfung vor, der sich die Fleischermeister durch
unabhängige Tester stellen. Ein Gedanke mit dem sich Thomas Mäuer anfreunden
kann. "Sicher ist das Museum, auch um zu unterstreichen, dass wir mit beiden
Beinen im Leben stehen, der geeignete Ort für einen solche Qualitätscheck." Doch
müsse gründlich vorbereitet werden. Das sieht auch Fleischermeister Eberhard
Grießen aus Gotha als Innungsmitglied nicht anders. Die Innung werde dabei dem
Verein zur Seite stehen. "Schließlich ist Qualität unser ureigenstes Anliegen."

Innungsobermeister Hartmut Kallensee
besiegelt die Mitgliedschaft
Was ohne Mitgliedschaft begann, nämlich gegenseitige Unterstützung und Hilfe bei
unterschiedlichen Projekten, soll nun erst recht fortgeführt werden. Die Gothaer
Fleischerinnung wird bei der diesjährigen Bratwurstiade mit einer eigenen
Mannschaft antreten. "Und dass wir dann gleich den Sieg mit nach Hause nehmen,
ist doch klar", behauptet Fleischermeister Kallensee mit einem Augenzwinkern.
Der Siebleber Karnevalsverein hat bei der Bratwurstiade bereits einmal den sieg
davon getragen und musste sich vergangenes Jahr nur knapp geschlagen geben. Da
müssen sich die Innungsmitglieder im Oktober ganz schön anstrengen...
Übrigens kamen die Gothaer nicht mit leeren Händen zur Vertragsunterzeichnung.
Erich Schmidt aus Wangenheim hatte beim Aufräumen der Scheune ein
Bolzenschlaggerät entdeckt. Mit diesem wurde bis zur Erfindung des Schussgerätes
das Schlachtschwein betäubt.
Seinen Fund schenkte er Hartmut Kallensee, der es wiederum an das 1. Deutsche
Bratwurstmuseum weitergab. Nach dem es aufgearbeitet wurde, ist das Original
dort zu sehen. Bislang konnte nur ein Nachbau gezeigt werden.