12.02.2008
Versprechen eingelöst

Gothaer Innung des Fleischerhandwerks fördert das Bratwurstmuseum Holzhausen

Gestern löste die Innung des Gothaer Fleischerhandwerks ein Versprechen ein. Gegeben hatte es Obermeister Hartmut Kallensee zum 1. Internationalen Zervelatmarkt im Herbst vergangenen Jahres in Gotha. "Wir werden Mitglied bei euch", hatte er den Gästen vom 1. Deutschen Bratwurstmuseum in Holzhausen versprochen. Immerhin hatten dessen Mitglieder am Gelingen des Wurstmarktes großen Anteil.

Text und Fotos von Klaus-Dieter Simmen

eben der Thüringer Landesinnung und der Fleischerinnung Schwandorf aus Bayern sind die Gothaer die ritte Innung des Fleischhandwerks im Verein der Freunde der Thüringer Bratwurst. Das freut den stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Mäuer ganz besonders. "Wir finden es gut, wenn die Fleischermeister unser Anliegen unterstützen, Kultur und Tradition der Bratwurst zu erhalten. Schließlich sind sie es, die mit ihrer handwerklichen Produktion für den guten Ruf des Produktes sorgen."
Das sieht Innungsobermeister Hartmut Kallensee nicht anders. Und er regte gleich an, dass vom Bratwurstmuseum in Holzhausen ausgehend, ein weiterer Qualitätswettbewerb in Sachen Thüringer Leibspeise gestartet wird. "Ich denke mir, dass neben den üblichen Kriterien wie Länge, Gewicht und Fettanteil besonderer Augenmerk auf den Geschmack gelegt werden sollte." Kallensee stellt sich eine freiwillige Prüfung vor, der sich die Fleischermeister durch unabhängige Tester stellen. Ein Gedanke mit dem sich Thomas Mäuer anfreunden kann. "Sicher ist das Museum, auch um zu unterstreichen, dass wir mit beiden Beinen im Leben stehen, der geeignete Ort für einen solche Qualitätscheck." Doch müsse gründlich vorbereitet werden. Das sieht auch Fleischermeister Eberhard Grießen aus Gotha als Innungsmitglied nicht anders. Die Innung werde dabei dem Verein zur Seite stehen. "Schließlich ist Qualität unser ureigenstes Anliegen."

Innungsobermeister Hartmut Kallensee besiegelt die Mitgliedschaft


Was ohne Mitgliedschaft begann, nämlich gegenseitige Unterstützung und Hilfe bei unterschiedlichen Projekten, soll nun erst recht fortgeführt werden. Die Gothaer Fleischerinnung wird bei der diesjährigen Bratwurstiade mit einer eigenen Mannschaft antreten. "Und dass wir dann gleich den Sieg mit nach Hause nehmen, ist doch klar", behauptet Fleischermeister Kallensee mit einem Augenzwinkern. Der Siebleber Karnevalsverein hat bei der Bratwurstiade bereits einmal den sieg davon getragen und musste sich vergangenes Jahr nur knapp geschlagen geben. Da müssen sich die Innungsmitglieder im Oktober ganz schön anstrengen...
Übrigens kamen die Gothaer nicht mit leeren Händen zur Vertragsunterzeichnung. Erich Schmidt aus Wangenheim hatte beim Aufräumen der Scheune ein Bolzenschlaggerät entdeckt. Mit diesem wurde bis zur Erfindung des Schussgerätes das Schlachtschwein betäubt.
Seinen Fund schenkte er Hartmut Kallensee, der es wiederum an das 1. Deutsche Bratwurstmuseum weitergab. Nach dem es aufgearbeitet wurde, ist das Original dort zu sehen. Bislang konnte nur ein Nachbau gezeigt werden.
 

Übergabe des Bolzenschlaggerätes

siehe auch Pressespiegel 2008