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20.01.2008
Anbraten 2008 -
Eröffnung 2. Etage

Kultobjekt
Bratwurst
von Gerd Schmidl (Thüringer Allgemeine)
s ist
das erste, einzige und seit gestern noch größere Deutsche Bratwurstmuseum.
Offiziell wurden die neuen Räume im Obergeschoss der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht.
Der Verein wächst - mittlerweile mehr als 80 Mitglieder und ebenso das Interesse
an dessen Arbeit. Der Saal reichte kaum aus, nur frühzeitiges Erscheinen
sicherte einen Sitzplatz. Vor der Eröffnung eine kleine Festsitzung - am
Jahrestag der Ersterwähnung der Thüringer Bratwurst, das war am 20. Januar 1404
und das Produkt hat nicht nur seit dem Mittelalter Weltniveau, wie die
Bänkelsänger stolz in ihrem Lied verkündeten, sondern auch mittlerweile
weltweite Verbreitung gefunden. Zumindest sind ihre Interessenvertreter in den
USA, Asien und selbstredend in ganz Europa zu finden. Selbst in Suhl war man vor
zwei Jahren schon auf das Bratwurstmuseum aufmerksam geworden, so ein
Rathausvertreter. Damals beteiligt sich ein Team aus Holzhausen am Wettbewerb um
den Thüringer Bratwurstkönig. Der fehlte zwar, wegen eines (Bratwurst?)
verdorbenen Magens, aber Krone und Zepter liegen jetzt im neugestalteten
Museumsteil und der Verein wird in diesem Jahr Mitveranstalter der
Bratwurstkönigswahl sein. Termin - 8. Juni.

Grillweltmeister Hans-Jochim Fuchs,
Ritter der Bratwurst Sandra Schmidt und
Küchenbaumeister und Ehrenmitglied Bernd Hofmann
Die Ausgestaltung des Obergeschosses im Museum reflektierte Vizevereinschef
Thomas Mäuer. Viel Arbeit, aber vor allem viel Spaß habe man dabei gehabt und -
engagierte wie fachkundige Helfer. Bei der Arbeit habe man festgestellt, dass
die Bratwurst nicht nur Lebensmittel, sondern ein Objekt mit vielen
kulturhistorischen Facetten sei.
Gewissermaßen das Stichwort für den Historiker Michael Kirchschlager. In seinem
Vortrag ging es um die Wurst, vor allem um die reine, die es schon im
Mittelalter gab. Das an gleichem Ort vor gut zwei Monaten präsentierte
Reinheitsgebot von 1432 nur ein Beleg dafür. Kirchschlager warf verbal einen
Blick in die gut sortierte mittelalterliche Küche, die durchaus hygienisch
gewesen sei. Dazu zählte auch, dass Hunde und Katzen gehalten wurden um Ratten
und Mäuse fern zu halten beziehungsweise zu jagen.

Festvortrag Michael Kirchschlager
Das muss allerdings in der Museumsküche
versäumt worden sein: Einer der Gäste entdeckte doch glatt in der hinteren Ecke
einen Nager. Wenngleich nur als Schauobjekt. Eben eine detailreiche Gestaltung.
Im Nebenraum, unschwer als Schreibstube zu erkennen, die Würdigung des Mannes, dem
man die Kunde von der Existenz der Thüringer Bratwurst verdankt. Propst Johann
von Siebeleben in Lebensgröße schreibt gerade eine Bestellung, in der auch die
Bratwurstdärme erwähnt werden. Jenes Dokument, das Peter Unger im Jahr 2000
entdeckte und die als Geburtsurkunde der Thüringer Bratwurst gilt.
Nachsatz "Freunde der Thüringer Bratwurst
e.V."
Im Rahmen der Veranstaltung wurden
ausgezeichnet:
- Bernd Hofmann, als Ehrenmitglied
- Martin Huyer, als Ehrenmitglied
- Bernd Knierenschild, silberne Ehrennadel
- Olaf Rühle, silberne Ehrennadel.
Ehrungen
Bilder
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