17.02.2008
Zu Besuch im Nussknacker- und Suppenland

in verlängertes Wochenende im Erzgebirge gab uns die Gelegenheit das Nussknackermuseum und das Suppenmuseum zu besuchen. Zuerst besuchten wir das Nussknackermuseum.
Aus der Sammlung von Jürgen Löschner entstand 1994 unter der Leitung seines Sohnes Uwe das erste Nussknackermuseum Europas. Die Sammelleidenschaft begann 1966. Heute sind bereits 4500 verschiedene Nussknacker aus 30 Ländern im Museum zu bewundern. Der kleinste in dieser Sammlung misst 4,9 mm und ist eingetragen als der "Kleinste Nussknacker der Welt". Der größte funktionierende Nussknacker der Welt, 5,87 Meter, bewacht das Museum und ist im Buch der Rekorde eingetragen.
Im Freigelände ist neben dem größten Nussknacker, auch die weltgrößte Spieldose zu sehen. Zur Melodie der "Nussknackersuite" setzt sich im Stundentakt die Figuren in Bewegung. Zu unserer Vorstellung gab es auch noch echten Schnee (absolute Rarität in diesem Jahr) und einen Glühwein von Herrn Löschner dazu.

Weltgrößte Spieldose

"Thüringer König" als Nussknacker

Leider mussten wir in Neudorf, einem Ortsteil der Gemeinde Sehmatal, feststellen, dass das Suppenmuseum Sonntags geschlossen hat. So kehrten wir in der Gasstätte Kaiserhof ein um uns zu stärken. Linsesuppe mit Knackwurst, eine erzgebirgische Spezialität, schien uns in Anbetracht der Nähe zum Museum, als geeignete Mahlzeit. Der Geschmack gab uns recht und als kostenlose Dreingabe organisierte der Wirt, dass das Museum für uns zugänglich wurde. Frisch gestärkt holte uns Gernot Roscher, der Gründer und Initiator des Museums, ab und bereitete uns einen unterhaltsamen und lustigen Nachmittag.

Gernot Roscher erklärt das Suppentopfziehen

So hatte Gernot viel über das Museum, Land und Leute zu erzählen. Die Idee, ein Suppenmuseum zu gründen, kam ihm und so wurde mit viel Initiative und unter Mithilfe vieler Bürger das Suppenmuseum am 13.10.1998 eröffnet. Inzwischen kommen im Jahr ca. 3000-4000 Gäste, die sich mit der Geschichte der Suppe vertraut machen wollen.
Die Gemeinde Neudorf ist von jeher als „Suppenland“ bekannt. Diese Bezeichnung rührt von einer alten Sage her, der sogenannten „Katzenhans-Sage“. Sie besagt, dass 1532 in der Nacht vom 30. zum 31. Februar ein Einsiedler namens Katzenhans im Winter in das Dorf ging, um nach Nahrung zu betteln. Überall, wo man ihn Einlass gewährte, bekam er eine Suppe gereicht. Daraufhin soll er auf dem Weg in den Wald Bauchschmerzen bekommen und das Dorf verächtlich als „Suppendorf“ bezeichnet haben. Dies verbreitete sich in der gesamten Gegend und so trägt Neudorf bis heute den Spitznamen „Suppenland“.

 

"Pokal" der Suppen-Kochmeisterschaft

Die Neudorfer werden heute noch "de Suppenländer" genannt und sie werden diesem Ruf gerecht. So wird im Ort die Suppenkochkunst gepflegt. Einmal jährlich wird zum Herbst- und Waldfest die beste Suppenköchin bzw. der beste Suppenkoch mit dem Titel "Suppenkönigin" bzw. "Suppenkönig" geehrt. Dieser Wettbewerb wurde 1992 das erste Mal durchgeführt und seit 1995 regelmäßig Anfang September. In dieser Zeit gab es nicht einen Suppenkönig, das Rennen machten bisher nur die Damen. Wo bleibt nun Ihr Einsatz, meine Herren? Sicher gibt es auch unter Ihnen tolle Köche mit geheimen Rezepten, die nur darauf warten, veröffentlicht zu werden. Teilnehmen darf jeder, auf dem Festplatz abzugeben ist ein Liter einer Suppe, die dann von einer sechsköpfigen Jury nach verschiedenen Kriterien bewertet wird. Die Jury setzt sich aus 3 Fachleuten und 3 Verkostern aus dem Publikum zusammen. Die Erstplatzierten erhalten Pokale und Urkunden. Der Teilnehmerrekord lag im Jahr 2001 bei 27 Suppen. Beim Suppentopfziehen, einem Wettbewerb für stake Männer, versucht man den Gegner über den Tisch zu ziehen.

Alles zur Suppe hat hier seinen Platz

      

 
Links zum Thema
Neudorfer Suppenmuseum
Erstes Nussknackermuseum Europas Neuhausen - Erzgebirge
Gemeinde Sehmatal - Erzgebirge
Gaststätte Kaiserhof