13. - 14.10.2008
Rennsteigwanderung 1. und 2. Etappe

"Ich wand´re ja so gerne am Rennsteig durch das Land ..." - Auf der Runst

er Rennsteig ist nicht nur ein Wanderweg, vielmehr ein Weg durch Thüringer Natur, Kultur und Geschichte. In seiner Geschichte hat der Rennsteig viele Funktionen erfüllt, er diente als Kurierpfad und auch als Landesgrenze zwischen den verschiedenen Thüringer Kleinstaaten. Entlang des Rennsteigs stehen noch heute mehr als 1300 alte Grenzsteine, die ältesten aus dem 16. Jahrhundert. Der Rennsteig - bekannt als Höhen-Wanderweg des Thüringer Waldes - ist neben Thüringer Bratwurst und Thüringer Kloß eines der Aushängeschilder des Freistaates. Grund genug für uns Freunde der Thüringer Bratwurst, diesen 163,8 km langen "Bratwurstweg" in Angriff zu nehmen. Körperlich ergibt sich dadurch die Gelegenheit die eine oder andere manifestierte Bratwurst abzuarbeiten oder Platz für Neue zu schaffen. Auf der gesamten Tour verbrennt man ungefähr so viele Kalorien, wie man beim Verzehr von 60 Bratwürsten zu sich nimmt. Die geistige Nahrung aus Natur, Geschichte und Kultur wir ergänzt um die Möglichkeit, entlang des Weges nach den verschiedensten Bratwurstkulturen Ausschau zu halten. Für die Thüringer Bratwurst gibt es sicher alleine entlang des Rennsteig mehr unterschiedliche Rezepturen als Wanderkilometer. Jeder Fleischer oder Brater schwört darauf, die besten Bratwürste Thüringens herzustellen oder auf dem Rost zu braten.


1. Wandertag, 14. Oktober: Hörschel - Ruhla, 24 Kilometer


Der Beginn des Rennsteigs liegt auf dem Grundstück des Gasthauses "Tor zum Rennsteig" (196 m) am Ufer der Werra. Früher hatten die Grundstückseigentümer das Fährrecht über die Werra. Das Tal wird eindrucksvoll von der großen Brücke der Autobahn 4 überspannt. Nach alter Tradition suchten auch wir uns ein Steinchen aus der Werra, um es in Blankenstein am Ende des Rennsteigs in die Selbitz zu werfen. Der Rennsteig führt durch den Ort und bereits nach wenigen hundert Metern beginnt im Wald der Anstieg zum großen Eichelberg. Nach 7 km erreichten wir Clausberg (406 m), einen von Wiesen umgebener Ort mit einem Pferdegestüt. Sehenswert ist das alte Gutshaus, das heute von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft genutzt wird. Über die Stationen Vachaer Stein (375 m), Hainichblick und Wilde Sau (375 m) erreichten wir das Gasthaus Hohe Sonne (434 m). Leider steht das eigentliche Gasthaus leer, aber der davor befindliche Imbiss lockte mit dem ersten Bratwurststand auf der Tour und ein leckeres Bierchen versüßte den Blick in die Drachenschlucht und auf die Wartburg.
 


Über weite Strecken der ersten beiden Etappen verläuft der Pummpälzweg auf dem Rennsteig und bietet mit seinen Holzskulpturen zusätzliche Höhepunkte am Wegesrand. Vom  Zollstock (527 m) führte uns der Weg dann hinab ins Tal nach Ruhla.   Dort quartierten wir uns in der Pension Jung ein und ließen uns das Abendessen im Landgrafen schmecken.

 

2. Wandertag, 15. Oktober: Ruhla - Heuberghaus, 24 Kilometer

Der zweite Tag begann, nach einem ausgiebigem Frühstück im Cafe Jung, mit dem Aufstieg zur Rennsteigbaude Ascherbrück (550 m). Auf den ersten Metern steckten die Strapazen des Vortages noch deutlich in den Beinen, doch von Meter zu Meter lief es besser. Über Hubertushaus, Ruhlaer Häuschen (630 m), Große Meilerstätte (671 m) und Glöckner (692 m) erreichten wir die Glasbachwiese. Am dortigen Parkplatz war dann Bratwurststand Nummer zwei zu finden.



 

Der Dreiherrenstein auf dem Großen Weißenberg (740), die Brotteroder Hütte, die Beerberggrotte und der Obere Beerberg waren die Stationen bevor wir den Inselsberg(916 m) erreichten. Den Namen hat der Berg bekommen, weil oft noch aus den Wolken oder dem Nebel wie eine Insel herausragt. Leider war er an diesem Tag komplett vom Nebel eingehüllt. Nach einer Pause im Berggasthof Stöber setzten wir den Weg über den Kleinen Inselsberg (723 m) zum Heuberghaus fort. Hier endete die zweite Etappe und wir wurden mit dem Auto abgeholt. Die folgenden Tage hatten wir mit der Verarbeitung der Eindrücke und der Pflege unserer Muskelkater reichlich zu tun.

wird fortgesetzt ...

Der Weg ist das Ziel
(Konfuzius)

Was ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert
(Johann Wolfgang von Goethe)

 



 

Links zum Thema
Pummpälzweg
Uhrenstadt Ruhla
Berggasthof Stöhr (Großer Inselsberg)

Berggasthof "Heuberghaus"