"Ich wand´re ja so
gerne am Rennsteig durch das Land ..." - Auf der Runst
er
Rennsteig ist nicht nur ein Wanderweg, vielmehr ein Weg durch Thüringer
Natur, Kultur und Geschichte. In seiner Geschichte hat der Rennsteig viele
Funktionen erfüllt, er diente als Kurierpfad und auch als Landesgrenze
zwischen den verschiedenen Thüringer Kleinstaaten. Entlang des Rennsteigs
stehen noch heute mehr als 1300 alte Grenzsteine, die ältesten aus dem 16.
Jahrhundert. Der Rennsteig - bekannt als Höhen-Wanderweg des Thüringer
Waldes - ist neben Thüringer Bratwurst und Thüringer Kloß eines der Aushängeschilder
des Freistaates. Grund genug für uns Freunde der Thüringer Bratwurst, diesen
163,8 km langen "Bratwurstweg" in Angriff zu nehmen. Körperlich ergibt sich
dadurch
die Gelegenheit die eine oder andere manifestierte Bratwurst abzuarbeiten
oder Platz für Neue zu schaffen. Auf der gesamten Tour verbrennt man
ungefähr so viele Kalorien, wie man beim Verzehr von 60 Bratwürsten zu sich
nimmt. Die geistige Nahrung aus Natur,
Geschichte und Kultur wir ergänzt um die Möglichkeit, entlang des Weges nach
den verschiedensten Bratwurstkulturen Ausschau zu halten. Für die Thüringer Bratwurst gibt es
sicher alleine entlang des Rennsteig mehr unterschiedliche Rezepturen als
Wanderkilometer. Jeder Fleischer oder Brater schwört darauf, die besten
Bratwürste Thüringens herzustellen oder auf dem Rost zu braten.
1. Wandertag, 14. Oktober: Hörschel - Ruhla, 24 Kilometer

Der Beginn des Rennsteigs liegt auf dem Grundstück des Gasthauses "Tor zum
Rennsteig" (196 m) am Ufer der Werra. Früher hatten die
Grundstückseigentümer das Fährrecht über die Werra. Das Tal wird
eindrucksvoll von der großen Brücke der Autobahn 4 überspannt. Nach alter
Tradition suchten auch wir uns ein Steinchen aus der Werra, um es in Blankenstein am Ende
des Rennsteigs in die Selbitz zu werfen. Der Rennsteig führt durch den Ort
und bereits nach wenigen hundert Metern beginnt im Wald der Anstieg zum
großen Eichelberg. Nach 7 km erreichten wir Clausberg (406 m), einen von Wiesen umgebener Ort mit einem Pferdegestüt. Sehenswert ist
das alte Gutshaus, das heute von der Thüringer Landesanstalt für
Landwirtschaft genutzt wird. Über die Stationen Vachaer Stein (375 m),
Hainichblick und Wilde Sau (375 m) erreichten wir das Gasthaus Hohe Sonne
(434 m). Leider steht das eigentliche Gasthaus leer, aber der davor
befindliche Imbiss lockte mit dem ersten Bratwurststand auf der Tour und ein
leckeres Bierchen versüßte den Blick in die Drachenschlucht und auf die
Wartburg.

Über weite Strecken der ersten beiden Etappen verläuft der Pummpälzweg auf
dem Rennsteig und bietet mit seinen Holzskulpturen zusätzliche Höhepunkte am
Wegesrand. Vom Zollstock (527 m) führte uns der Weg dann hinab ins Tal
nach Ruhla. Dort quartierten wir uns in der Pension Jung ein und
ließen uns das Abendessen im Landgrafen schmecken.
2. Wandertag, 15. Oktober:
Ruhla - Heuberghaus, 24 Kilometer
Der zweite Tag
begann, nach einem ausgiebigem Frühstück im Cafe Jung, mit dem Aufstieg zur Rennsteigbaude Ascherbrück (550 m). Auf den ersten Metern steckten die
Strapazen des Vortages noch deutlich in den Beinen, doch von Meter zu Meter
lief es besser. Über Hubertushaus, Ruhlaer Häuschen (630 m), Große
Meilerstätte (671 m) und Glöckner (692 m) erreichten wir die Glasbachwiese.
Am dortigen Parkplatz war dann Bratwurststand Nummer zwei zu finden.

Der Dreiherrenstein
auf dem Großen Weißenberg (740), die Brotteroder Hütte, die Beerberggrotte
und der Obere Beerberg waren die Stationen bevor wir den Inselsberg(916 m)
erreichten. Den Namen hat der Berg bekommen, weil oft noch aus den Wolken
oder dem Nebel wie eine Insel herausragt. Leider war er an diesem Tag
komplett vom Nebel eingehüllt. Nach einer Pause im Berggasthof Stöber
setzten wir den Weg über den Kleinen Inselsberg (723 m) zum Heuberghaus
fort. Hier endete die zweite Etappe und wir wurden mit dem Auto abgeholt.
Die folgenden Tage hatten wir mit der Verarbeitung der Eindrücke und der
Pflege unserer Muskelkater reichlich zu tun.

wird fortgesetzt ...
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Der Weg ist das Ziel
(Konfuzius) |
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Was
ich nicht erlernt habe, das habe ich erwandert
(Johann Wolfgang von Goethe)
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