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23. Februar 2007
Preisübergabe "Geschichte
der Fastnachtsbratwurst"
n
der Faschingssonderausgabe unseres Bratwurstboten hatten wir aufgerufen,
die Form der Fastnachtsbratwurst zu deuten. Zwanzig Einsendungen gingen
daraufhin bei uns ein. Von der Form einer Faschingsbrille bis zu "Habt
acht - im Sinne von Achtung! Nur die Thüringer können richtige
Bratwürste machen" reichten die Erklärungsversuche. Leider kann nur
einer gewinnen und so viel die Wahl auf die Geschichte von Christian
Ortloff. Dieser hatte seine Version in eine Geschichte rund um Böttcher
und Brauer gekleidet (siehe unten) und spontan denkt man beim Lesen: "so
könnte es gewesen sein!". Die Übergabe des Preises, 10
Fastnachtsbratwürste und ein Grillgutschein über 25 EURO wurden von Lars
Kleiber, Produktionsleiter der Firma "Die Thüringer" in Dornheim und
Vereinsvorsitzenden Uwe Keith vorgenommen.
Lars Kleiber betonte, dass man sich nach dem Erfolg der
Fastnachtsbratwurst in diesem Jahr durchaus vorstellen könne, die
Fastnachtsbratwurst jährlich herzustellen.

Preisübergabe: Christian Ortloff
(Mitte)
Foto (c) Thüringer
Allgemeine
Ungekürzter Text des Gewinners:
Liebe Freunde der Bratwurst,
aufmerksam habe ich heute die aktuelle Ausgabe des Bratwurstboten
gelesen und möchte mich an der „Deutungssuche“ für die
Fastnachtsbratwurst beteiligen. Also meine Gedanken kurz gefasst. Ich
favorisiere die Deutung als „Acht“, denn ich meine, die Idee zu dieser
Bratwurstform stammt von einem Thüringer Böttcher.
„Karneval (ital.:"Carnevale", heißt so viel wie" Fleisch leb wohl!"),
Fasching oder Fas(t)nacht bezeichnet man traditionell die Zeit der
Ausgelassenheit, Fröhlichkeit und überschäumenden Lebensfreude.“ Quelle:
Wikipedia
Dies nahm der Thüringer Böttcher zum Anlass, vor der Fastenzeit seiner
Leibspeise ein letztes mal zu huldigen. Dieses letzte „Mahl“ musste
natürlich etwas ganz besonders sein, denn man sollte ja von den
Erinnerungen noch lange zehren können. So kam es eines Tages, dass er in
einem Brauhof auf einen Gleichgesinnten traf. Nächtelang überlegten der
Böttcher und der Brauer, wie man die Bratwurst einzigartig zubereiten
könnte. Der Geschmack der Wurst war so herrlich, das der Gedanke die
Zutaten zu ändern, gar nicht in Betracht kam. Doch dann hatte der
Böttcher eine Idee. Er ließ eine Bratwurst in einer kreisrunden Form
herstellen, ähnlich einem Metallreif seiner gefertigten Bottiche. Dem
sollte der Brauer (als Mitdenker) natürlich nicht nachstehen, denn
dieser frönte ja der gleichen Lust. Der Brauer nahm ebenso die
kreisrunde Form auf und stellte somit den Rand seines Bierkruges dar.
Der erste Ring steht nunmehr als Zeichen für den Böttcher und der zweite
Ring als Zeichen für den Brauer. Der Zusammenschluss der Würste in der
Mitte soll die Verbundenheit der beiden Handwerke darstellen. So
entstand wohl die Form der Fastnachtsbratwurst.
Da sich bis zur Industrialisierung die Berufe der Böttcher und Brauer
sehr nahe standen, denke ich, dass diese Idee den Grundstein für eine
enge Verbundenheit beider Handwerke darstellt. Denn zu einer guten
Bratwurst gehört ja bekanntlich ein ebenso würdiges Bier. In einer
gemeinsamen Zunft waren sie ja auch
tatsächlich organisiert.
Nun der eigentliche Sinn des „Einforderns“. Dieser Genuss, diese
Fröhlichkeit und Ausgelassenheit, die diese Idee hervorrief übertrug
sich auf das gesamte Volk. Was der Böttcher und der Brauer in Ihrer
Leidenschaft zur Bratwurst erschaffen haben, war in kurzer Zeit für alle
ein Hochgenuss in der Fastnacht geworden. Im Volksmund wurde diese Form
der Bratwurst fortan „Fastnachtsbratwurst“ genannt und nur
in der Fastnachtszeit so zubereitet. So erging es wohl um 1825, dass die
Böttchergesellen zu Fastnacht Ihr altes Recht in Anspruch nahmen und in
den Freihäusern, den Brauhöfen und bei den Kaufleuten, die
seit Jahrhunderten gewährten Fastnachtsbratwürste als Dank einzufordern.

 
Mit den besten Grüßen aus Arnstadt
Christian
Ortloff
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