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17.12.2007
Die Bratwurst erobert die Welt - Wolfgang Bald im Museum
Die Thüringer
Rostbratwurst hat viele Fans, nicht nur in ihrer Heimat in Thüringen. Selbst am
äußersten Zipfel Europas gibt es das leckere Grillgut.
remde
Kulturen zu entdecken, ist und bleibt immer wieder spannend. Doch wenn einen das
Heimweh packt, macht auch die exotischste Reise keine Freude mehr. Zum Glück hat
Wolfgang Bald etwas gegen die Sehnsucht nach Hause - zumindest für Franken,
Nürnberger und Thüringer. Seit 1995 brät er am südwestlichsten Punkt Europas, in
Portugal, genauer am Kap von S°o Vicente, Nürnberger und Thüringer
Wurstspezialitäten. Hinter dem Grillstand folgt der Atlantische Ozean und, wie
der Name vermuten lässt, dahinter der nordamerikanische Kontinent.

Martin Lovschall (Export
Manager der Fa. Wolf), links und Wolfgang Bald, rechts
Alles begann mit einem
normalen Campingurlaub 1987 mit seiner Frau Petra. Per Wohnmobil bereisten sie
Portugal und verliebten sich in die malerische Landschaft der Algarve und
entschieden, nach vielen europaweiten Reisen, zu bleiben. Die Idee mit der
Bratwurst kam ihm auf einem portugiesischen Campingplatz. Von Fisch nicht
überzeugt, hatte Wolfgang Bald auf seinen Ausflügen immer eine eiserne Reserve
Nürnberger Würstchen in Dosen mit dabei. Angelockt von dem verführerischen Duft,
fragten viele deutsche Urlauber, wo man denn welche kaufen könne. Das war die
Geburtsstunde der deutschen Bratwürste in Portugal.
Anfangs verkaufte er noch aus einem selbst gebastelten Grillwagen heraus,
welcher später durch einen modernen Imbisswagen ersetzt wurde. Demnächst soll
ein massives Steinhaus für den ständigen Verkauf errichtet werden, welches dem
starken Wind am Kap besser standhält.
So wird seit zwölf Jahren am äußersten Fleck Europas Nürnberger und Thüringer
Tradition gepflegt. Seine schmackhafte Ware stellt er jedoch nicht selbst her,
sondern sie wird extra aus seiner Heimatstadt Nürnberg und von der Firma Wolf
aus Schmölln geliefert. Nur die Brötchen sind echte Portugiesen. "Viele
Touristen freuen sich über ein Stückchen Heimat vor ihrem Rückflug, wenn sie bei
mir eine Thüringer Rostbratwurst essen," so Bald. Früher waren es hauptsächlich
Nürnberger Würste, doch heute machen die Thüringer die Hälfte aus. Auch die
Kundschaft änderte sich mit der Zeit. Waren am Anfang noch Urlauber aus dem
Heimatland Hauptabnehmer, so machen sie heute nur 30 Prozent der weltweiten
Gäste aus. Engländer, Schweizer und Holländer haben die Bratwurst ebenfalls zum
"Fressen" gern.

Diese Touristen waren es
auch, die den Verein "Freunde der Thüringer Bratwurst" informierten und den
Kontakt herstellten. So war es beinah selbstverständlich, dass Wolfgang Bald als
Eroberer "bratwurstfremden" Gebietes in den Verein aufgenommen wurde. Bei seinem
Besuch im Bratwurstmuseum versprach er, seinen ausgemusterten Grillwagen dem
Museum zur Verfügung zu stellen und kaufte für die Dekoration seines
Imbisswagens einen bratwurstessenden Gartenzwerg.
19.12.2007 Von Moritz PETERS
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