|
|
13.10.2007
Dornheim erinnert
an Bachs Hochzeit vor 300 Jahren
eginn
der Festlichkeiten zu diesem Jubiläum stellte das fiktives Gespräch zwischen Johann Sebastian Bach und Pfarrer
Johann Lorenz Stauber im Bachstübchen am Freitagabend dar. Ein Mitglied des
Freundeskreises hat sich darüber Gedanken gemacht, wie das
Gespräch zwischen dem Pfarrer Stauber und dem jungen Bach
verlaufen sein könnte, welches Ende September in Dornheim sicher
stattgefunden hat. Was dabei herausgekommen ist, stellten drei
Dornheimer Bürger in einem nicht ganz ernst zu nehmenden
Gespräch dar. Neben dem Autor spielte unser Vorstandsmitglied
Holger Huth erfolgreich die Figur des Johann Sebastian Bach.

Fiktives Gespräch zwischen Johann Sebastian Bach und Pfarrer
Johann Lorenz Stauber
Johann Sebastian Bach (1685-1750) heiratete am 17. Oktober 1707 in Dornheim
seine weitläufige Verwandte Maria Barbara Bach (1685-1720). Für die Feier in der
Dorfkirche hatte er ein "Hochzeitsquodlibet" komponiert. Mit der Tochter des
Kantors aus Gehren verbanden ihn 13 Ehejahre, in denen er in Mühlhausen, Weimar
und Köthen tätig war. Vom plötzlichen Tod seiner Frau, die sieben Kinder geboren
hatte, erfuhr Bach nach einer Reise mit dem anhaltischen Fürsten Leopold im
Sommer 1720 nach Karlsbad.

Johann Sebastian Bach (Holger Huth)
Es ist der 17. Oktober 1707, als eine Hochzeitsgesellschaft, von Arnstadt
kommend, auf Dornheim zuwandert. Pfarrer Johann Lorenz Stauber ist der Freund
des Bräutigams. Dieser traut die beiden in der Dornheimer Kirche. Sie wollten es
so, Maria Barbara und Johann Sebastian Bach.
300 Jahre später ist das Kirchlein berühmt geworden – als Bachs Traukirche.
Lange Zeit war sie in schlechtem Zustand. Bis sich ein Freundeskreis ihrer
annahm. In fünf Jahren haben die Leute um Siegfried Neumann die Kirche so
erneuert, dass wieder Gottesdienste, Konzerte und Hochzeiten veranstaltet werden
können. So ist sie wieder ein Ort der Liebenden. Und die kommen mittlerweile von
überall, sogar aus Japan. In der ehemaligen Sakristei, ebenfalls aufs beste
wiederhergestellt, haben sich oft der Dornheimer Pfarrer und der große Komponist
getroffen, manches Glas Rotwein geleert und über Bachs Hochzeit gesprochen.
Später gab der Pfarrer hier auch noch Regina Wedemann das Wort. Der Tante Maria
Barbaras. Angeblich eine Folge der Bach-Hochzeit.

Fast 300 Jahre nach diesem großen Ereignis wurde nochmals geheiratet: Der
Freundeskreis zur Erhaltung der Traukirche von J.S. Bach in Dornheim e.V. lud am
13. Oktober 2007 wieder zur Bachschen Vermählung ein. 13.00 Uhr begann der
Festtag mit einem historischen Markt im Pfarrgarten. Bereits gegen 14.30 Uhr
wurde es festlich, als sich der Hochzeitszug zur Traukirche formierte. Im Zug
auch Claudia und Holger Huth, die sich vor drei Jahren in der Dornheimer Kirche
das Ja-Wort gaben und dieses Eheversprechen an diesem Tag feierlich erneuerten. Die
musikalische Begleitung übernahmen das Doppelquartett „Cantio Augusta“ und das
Ensemble der Evangelischen Kirche vom Heiligen Kreuz Augsburg.

Claudia und Holger Huth bei der Erneuerung des Eheversprechens
Lustig und kuriuos ging es ab 17.00 Uhr mit der szenischen Darstellung
der „Bauernkantate“ und der „Kaffeekantate“ weiter. Mitwirkende waren der Blankenhainer
Musizierkreis sowie Solisten in historischen Kostümen. Den krönenden Abschluss bildete
dan das festliche Konzert mit dem
Doppelquartett „Cantio Augusta“ und dem Ensemble der Evangelischen Kirche zum
Heiligen Kreuz Augsburg.
|